Konjunkturelle Perspektiven 2022 der Zulieferer

31.05.2022 von Hubert Hunscheidt

Der Anstieg der Erzeugerpreise um ebenfalls 13% in diesem Vergleichszeitraum belegt dies. Vor dem Hintergrund der globalen Lieferkettenprobleme sind Kapazitätsauslastung und Produktion gegenüber dem Vorjahresquartal zurückgegangen. Die Zulieferer zeigen sich ihrer Verantwortung bewusst und hielten die Beschäftigung ungeachtet der nachlassenden Auslastung stabil.

Die fragile Lage spiegelt sich deutlich im aktuellen Geschäftsklima der Zulieferer wider:

Aufgrund der noch guten Auftragsbestände liegt die Einstufung der aktuellen Lage noch im positiven Bereich. Die Verunsicherung durch die anhaltenden Lieferkettenprobleme sowie die explodierenden Rohstoff- und Energiepreise spiegelt sich in der überwiegend skeptischen Erwartungshaltung für den weiteren Jahresverlauf wider.

OEM verdienen Geld, die Zulieferer leiden unter dem Kostendruck

Der Kostenanstieg setzt viele Zulieferer massiv unter Druck. Der Vormaterialpreis ist nach wie vor auf historischen Höchstständen. Beispielsweise sind die Preise für viele Stähle – nachdem z.B. der Flachstahlpreis im März auf ein neues Rekordhoch geschossen ist und sich etwas abgekühlt hat – weiterhin hoch und belaufen sich teilweise in der Spitze immer noch auf das Doppelt gegenüber dem Vorjahr. Ähnliches gilt auch für NE-Metalle und die petrochemischen Polymere der Kautschuk- und Kunststoffindustrie, die zudem unter der eingeschränkten Verfügbarkeit leidet.

Zusätzlich kämpfen die Zulieferer mit hohen Energiekosten. Strom und Gas sind die wichtigsten Energieträger für industrielle Wärmeprozesse. Der Marktpreis für Strom (ohne staatliche Umlagen und Steuern) hat sich nach dem Ausbruch des Russland-Ukraine Krieges im März 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat verdreifacht. Ebenso ist der Gaspreis mit einer Verdreifachung in die Höhe geschossen. Die staatlichen Maßnahmen zur Abfederung dieser Preisanstiege bewirken im Moment jedenfalls noch keine spürbare Erleichterung, viele Zulieferbetriebe haben auch keine Erleichterung durch das Maßnahmenpakt des Staates zu erwarten.

Es ist offensichtlich, dass die Zulieferer in ihrer Sandwich-Position leiden. Die marktmächtigen OEMs verzeichnen trotz geringerer Produktionszahlen hohe Gewinne. Ebenso trifft das auf viele Grundstoffhersteller z.B. aus den Bereichen Stahl und Chemie zu. Die mittelständischen Zulieferer dazwischen sind indes nicht in der Lage, die gestiegenen Kosten einfach weiter zu reichen. In dieser Situation müssen sich die großen Abnehmer im Sinne eines fairen Burden sharings bewegen und partnerschaftlicher mit den gemeinsamen Herausforderungen umgehen. Andernfalls wird es diese einzigartige Struktur der vielen innovativen, mittelständischen Zulieferbetriebe so nicht mehr geben. Zum Nachteil robuster europäischer Lieferketten und der wichtigen Zielsetzung einer nachhaltigen, klimafreundlichen Produktion, wie sie derzeit in Deutschland und Europa im Aufbau ist.

Die Energiepreiskrise muss gelöst werden. Wir begrüßen die Abschaffung der EEG-Umlage ab dem 1.7., dies wird den Strompreis weiter entlasten. Leider ist die Wirkung angesichts des Preisniveaus nicht spürbar. Eine weitere Entlastung der Energie von staatlichen Abgaben ist deshalb erforderlich, um auf in Europa vergleichbare und vor allem wettbewerbsfähige Energiepreise zu kommen. Beim Gas muss der CO2-Preis ausgesetzt werden, solange die Marktpreise so überdurchschnittlich hoch sind wie derzeit.

Lieferketten resilient machen, Nachhaltigkeitsziele erreichen, Fachkräfte sichern

Die Pandemie, der Halbleitermangel und der Russland-Ukraine Krieg haben gezeigt, dass die Wertschöpfungsketten vulnerabel sind und resilient gegen globale Krisen gemacht werden müssen. Die aktuelle Preisrallye auf den Rohstoffmärkten ist zum großen Teil eine Folge der europäischen Abhängigkeit von Russland und von China. Wichtig ist es, dass wir Kompetenzen in Deutschland und Europa erhalten und nicht verlieren. Dies gelingt über Diversifizierung und über bessere Produktionsmöglichkeiten in Europa. Die gesamte Wertschöpfungskette beginnend mit der Grundstoffindustrie muss in Europa angesiedelt sein. Hier müssen wir in Netzwerken und Verbünden denken und handeln. Auch die energieintensive Industrie am Beginn einer jeden industriellen Wertschöpfung muss weithin international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen in Europa vorfinden und hier produzieren. Das gilt genauso für die weiterverarbeitenden Industrien und die Hochtechnologien. Riskante Abhängigkeiten von anderen Regionen der Welt sollten durch ein Monitoring identifiziert und mittel- und langfristig soweit wie möglich vermieden bzw. reduziert werden.

Wichtig ist, dass die Industrie die gesetzten Nachhaltigkeitsziele konsequent weiterverfolgt. Auch die Zulieferindustrien müssen investieren, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Z.B. müssen industrielle Wärmeprozesse auf klimaschonende Technologien umgestellt und Komponenten für neue Antriebsformen entwickelt werden. Das erfordert dauerhaft ausreichende Erträge, um die Investitionen zu stemmen und neue Anlagen zu betreiben. Die notwendigen finanziellen Spielräume müssen geschaffen werden durch niedrige staatliche Belastungen sowie auskömmliche Preise.

Neben den finanziellen Mitteln brauchen die Zulieferbetriebe auch qualifizierte Fachkräfte, um neue Technologien für den Klimaschutz zu entwickeln und einzusetzen. Hier ist es weiterhin von höchster Wichtigkeit, MINT-Fächer zu unterstützen und für eine hohe Zahl erfolgreicher Absolventinnen und Absolventen zu sorgen.

Quelle: ArGeZ / Foto: Fotolia

Turkish steel export volumes fall 19.7% in May: CIB

Turkish mills’ steel export volumes fell by 19.7% year on year in May to 1.63 million mt, but the revenue generated from these exports rose 11% on the year to $1.9 billion, Turkish Steel Exporters’ Union, or CIB, said June 6.

According to CIB data, Turkish mills’ steel export volumes totaled 8.78 million mt in the first five months of 2022, down 2.6% on the year, while the revenue generated from exports reached $9.6 billion, up 34.6%, amid globally higher steel pricing.

Turkish mills’ steel export prices were strong in March due to Russia’s invasion of Ukraine boosting natural gas prices, which also raised mills’ raw material costs, as they import most of their inputs, like scrap, pig iron, coal and ferro silico manganese, from Russia and Ukraine.

Rebar export prices rose as high as $970/mt FOB on March 24, $280/mt higher than on Dec. 31, but have gradually declined to $745/mt FOB on June 1, amid slower demand and lower imported scrap prices, according to S&P Global Commodity Insights data.

The EU region remained Turkey’s largest export destination in January-May at $3.35 billion, up 36.8% on the year, CIB said without citing the tonnage.

Among individual countries, Israel was Turkey’s top steel export market in January-May, followed by Romania and the US.

The most significant rise was seen in shipments to Egypt, where exports totaled $430 million over January-May, up 228% on the year, CIB said, also without the tonnage.

“Shipments to Canada and Morocco also rose sharply by 182% and 162% in that period,” CIB added.

Total January-May exports reached $1,095/mt, up 38.2% on the year, with CIB chairman Adnan Aslan saying June 6 that the union would continue its efforts to increase steel export volumes and find new export markets.

— Cenk Can

Iron ore rises through Covid doubts

Seaborne iron ore prices increased further on Monday after a week of strong gains. Steel futures have begun to wobble, but raw materials prices remain firm on hopes of China’s re-opening.

The Kallanish KORE 62% Fe index increased another $3.15/tonne on Monday to $145/dry metric tonne cfr Qingdao, the highest since late April. The Kallanish KORE 65% Fe index gained $2.77/t to $168.07/dmt cfr, and the KORE 58% Fe index appreciated $3.30/t to $132.59/dmt cfr. 120,000t of Carajas Fines shipped on 31 May sold at $168.20/t.

On the Dalian Commodity Exchange, September iron ore settled up CNY 15/t at CNY 934/t ($140.54/t), while on the Singapore Exchange July 62% Fe futures settled up $1.15/t at $143.85/t. The same contract for 65% and 58% Fe futures settled up $1.14/t at $165.23/t, and up $1.07/t at $131.05/t respectively.

Chinese scrap prices have also appreciated, but billet prices, like steel futures (see separate article) have lost momentum. Grade 6mm+ heavy scrap delivered to mills in the Yangtze River Delta increased CNY 34/t from last Thursday to CNY 3,792/t. In Tangshan, billet remained flat at CNY 4,500/t.

Shanghai’s latest phase of reopening last week sent iron ore prices steadily higher, with the KORE 62% Fe index increasing $8.47/t over the week. There were some localised lockdowns on Monday however, which have sent jitters through steel markets. So far, no widespread lockdowns or cessation of business activities has occurred. Case numbers however did begin to pick up and speculators are waiting to see how local authorities react.

Tomas Gutierrez UK

Acerinox ends merger talks with Aperam

Acerinox has ended preliminary talks with French stainless flat steelmaker Aperam over the possible combination of businesses, Kallanish learns from a Spanish producer’s note to the national securities market commission CNMV. On 3 June, both companies confirmed having discussions at a very early stage.

“Acerinox informs that the board of the company meeting today – 6 June – has unanimously agreed not to continue with the preliminary talks with Aperam to study a possible corporate operation,” the Spanish-headquartered stainless steel manufacturer says. No other details were disclosed.

According to Spanish analysts, one of the main reasons for not continuing with the possible merger is that the resulting company would exceed 45% of the market share in Europe, which should force the EU to reject the joint venture. The other possibility was that Acerinox and Aperam reduced their production capacity to match with competition authorities’ market share limits, normally set at 40%.

Todor Kirkov Bulgaria

Mutares acquires Vallourec Bearing Tubes

German-headquartered Mutares has announced the acquisition of Vallourec Bearing Tubes, the French company recently included in the divestment strategy of Vallourec Group.

“Headquartered in Montbard, Burgundy, in France, the company employs more than 200 people and generates revenues of approximately €50 million ($53.55m). Vallourec Bearing Tubes is a European manufacturer of seamless precision steel tubes produced to the most demanding standards. As the second-largest player in the European bearing tubes market, the company supplies its products to various industries such as bearings, mechanical and oil and gas,” Mutares explains in the note announcing the acquisition.

The unit will now be renamed VALTI.

“VALTI aims at enhancing its geographical coverage across Europe by taking advantage of the steel tube market upturn. With the support of Mutares’ operational consultants, the company’s management intends to strengthen its positions in the bearing industry focusing on contributive products, further develop its sales force and customer relationships,” Mutares says.

Mutares controls a number of companies globally, and is active in the automotive, engineering, mobility and services sectors, Kallanish notes.

Emanuele Norsa Italy